Sank
Sank wächst in einem Vorort von Paris auf, in einem Haus, in dem Bücher eine zentrale Rolle spielen. Seine Mutter führt ihn an die Literatur heran, und schon früh findet das Kind seinen Weg zum Schreiben: Er stellt sich seine Zukunft zwischen den Seiten vor, überzeugt davon, dass die Worte sein Lebensraum sein werden.
Der Umweg kommt viel später, im Süden Frankreichs. Eine Begegnung genügt, um seinen Werdegang in eine andere Richtung zu lenken: Graffiti. Darin findet er wieder, wonach er in den Büchern gesucht hatte - eine Möglichkeit, seine Botschaften zu verbreiten - nun jedoch mit der Mauer als Träger und der Straße als Leser. Jahrelang bringt er seine Gedichte an den Fassaden der Pyrénées-Orientales an und verwandelt die Stadtlandschaft in einen Gedichtband unter freiem Himmel.
Der Zufall oder das Schicksal führt ihn anschließend ins Museum für moderne Kunst von Céret. Der tägliche Kontakt mit den Werken verschiebt seinen Horizont erneut: Von der Mauer zur Leinwand zu wechseln, wird sein neues Ziel. In dieser Stadt, die Picasso als «Mekka des Kubismus» bezeichnete, blüht er auf - ihre Geschichte, ihr Museum und ihre künstlerischen Schwingungen inspirieren und prägen sein Schaffen nachhaltig.
Heute wandelt Sank auf den Spuren des Kubismus und führt auf seine Weise das Erbe eines Ortes fort, an dem eines der großen Abenteuer der modernen Kunst seinen Anfang nahm. Ein Weg, den er gewählt hat, nachdem er lange nach ihm gesucht hatte.